3.103 Bewertungender Weight Doctors® Gruppe · 97 ⁠% WeiterempfehlungsrateRatgeber · 9 Min. Lesezeit

Ich will abnehmen,
schaffe es aber nicht medizinische Gründe

Sie essen bewusster, versuchen es immer wieder – und die Waage bewegt sich kaum. Oft steckt mehr dahinter als fehlende Disziplin. Welche medizinischen Gründe das Abnehmen bremsen können und wie sie sich abklären lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Keine Frage der WillenskraftAdipositas ist eine chronische Erkrankung. Hormone, Stoffwechsel, Schlaf und Medikamente können das Abnehmen deutlich erschweren.
  2. Häufige medizinische BremsenInsulinresistenz, Fettleber, eine Unterfunktion der Schilddrüse, hormonelle Störungen wie das PCO-Syndrom, bestimmte Medikamente und gestörter Schlaf.
  3. Abklären lässt sich vieles einfachTaillenumfang, Blutdruck und einige Blutwerte geben schon beim ersten Arztbesuch wichtige Hinweise.
  4. Ursache gefunden heißt nicht Ausrede gefundenWer den Grund kennt, kann gezielter gegensteuern – mit Ernährung, Behandlung der Grunderkrankung und, wenn nötig, ärztlich begleiteter Adipositastherapie.

Persönliche Beratung

Neugierig auf mehr?

Hinterlassen Sie einfach hier Ihre Kontaktdaten. Unser Team meldet sich schnellstmöglich bei Ihnen.

Ich möchte abnehmen,
schaffe es aber nicht – woran kann das liegen?

„Ich möchte abnehmen, schaffe es aber nicht“: Diesen Satz sagen viele Patientinnen und Patienten im ersten Gespräch, oft nach Jahren mit Diäten, Fitnessprogrammen und guten Vorsätzen. Dahinter steht selten mangelnde Disziplin. Das Körpergewicht wird von einem fein abgestimmten System aus Hormonen, Nervensignalen und Stoffwechselvorgängen gesteuert. Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, arbeitet der Körper gegen jede Gewichtsabnahme an.

Ein Teil davon ist ganz normale Biologie. Nach jeder Diät steigt der Hunger, und der Grundumsatz sinkt. Warum Diäten deshalb so oft im Jo-Jo-Effekt enden, erklärt der Beitrag Dauerhaft abnehmen nach erfolglosen Diätversuchen. Hier geht es um etwas anderes: um Erkrankungen und Einflüsse, die sich ärztlich feststellen lassen – und die man kennen sollte, bevor man den nächsten Versuch startet.

Auch die Veranlagung spielt mit. Zwillings- und Familienstudien zeigen, dass das Körpergewicht zu einem erheblichen Teil erblich mitbestimmt ist. Das heißt nicht, dass Abnehmen unmöglich ist. Es erklärt aber, warum zwei Menschen mit demselben Speiseplan sehr unterschiedlich zunehmen können.

Insulinresistenz: wenn der Blutzucker das Abnehmen bremst

Insulin ist das Hormon, das Zucker aus dem Blut in die Körperzellen schleust. Bei einer Insulinresistenz sprechen die Zellen schlechter darauf an. Die Bauchspeicheldrüse gleicht das aus, indem sie mehr Insulin ausschüttet. Ein dauerhaft hoher Insulinspiegel fördert die Fetteinlagerung, besonders am Bauch, und kann Heißhunger begünstigen. Über Jahre kann daraus ein Typ-2-Diabetes werden.

Eine Insulinresistenz verursacht lange keine Beschwerden. Hinweise sind ein großer Bauchumfang, erhöhte Blutzucker- oder Blutfettwerte und Bluthochdruck. Kommen mehrere dieser Faktoren zusammen, spricht man vom metabolischen Syndrom. Ihren Taillenumfang im Verhältnis zur Körpergröße können Sie mit dem WHtR-Rechner einordnen.

Insulinresistenz und Abnehmen: was hilft

  • Regelmäßige MahlzeitenAusgewogene Mahlzeiten mit Eiweiß, Gemüse und Ballaststoffen lassen den Blutzucker gleichmäßiger ansteigen als zuckerreiche Snacks und Getränke.
  • BewegungAktive Muskeln nehmen Zucker auch mit weniger Insulin auf. Schon regelmäßige Spaziergänge nach dem Essen können helfen.
  • GewichtsabnahmeBereits eine moderate Abnahme kann die Insulinempfindlichkeit verbessern.
  • Ärztliche KontrolleOb schon ein Prädiabetes oder Diabetes vorliegt, zeigen Nüchternblutzucker und der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c).

Fettleber: häufig und lange unbemerkt

Bei einer Fettleber lagert die Leber übermäßig Fett ein. Die häufigste Form hängt eng mit Übergewicht und Insulinresistenz zusammen; Fachleute sprechen heute von einer stoffwechselbedingten Fettlebererkrankung (englische Abkürzung MASLD, früher NAFLD). Sie tut nicht weh und fällt oft nur zufällig auf, etwa durch erhöhte Leberwerte im Blut oder bei einer Ultraschalluntersuchung.

Eine Fettleber und Übergewicht verstärken sich gegenseitig: Die verfettete Leber reagiert schlechter auf Insulin, der Stoffwechsel gerät weiter aus dem Takt. Die gute Nachricht: Die Leber reagiert auf eine Gewichtsabnahme. Europäische Fachgesellschaften empfehlen eine schrittweise Abnahme als zentrale Behandlung; schon ein moderater Gewichtsverlust kann den Fettgehalt der Leber senken. Wer „Fettleber abnehmen“ als Ziel hat, sollte den Verlauf ärztlich begleiten lassen, denn eine fortgeschrittene Fettleber kann in Entzündung und Vernarbung übergehen.

Untersuchungsraum mit Ultraschallgerät und Liege in der Weight Doctors® Nationalklinik

Hormone, die das Gewicht beeinflussen

Schilddrüsenunterfunktion

Bildet die Schilddrüse zu wenig Hormon, läuft der Stoffwechsel langsamer. Typisch sind Müdigkeit, Frieren, trockene Haut und eine leichte Gewichtszunahme. Ein einfacher Bluttest (TSH-Wert) gibt Aufschluss. Eine Unterfunktion wird mit Hormontabletten behandelt; meist erklärt sie aber nur einen Teil des Übergewichts.

PCO-Syndrom bei Frauen

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCO-Syndrom) ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Unregelmäßige Zyklen, verstärkter Haarwuchs, unreine Haut und ein unerfüllter Kinderwunsch können Hinweise sein. Häufig ist es mit einer Insulinresistenz verbunden, die das Abnehmen zusätzlich erschwert. Mehr dazu im Beitrag zu Kinderwunsch und Übergewicht.

Wechseljahre und Stresshormone

In den Wechseljahren verändern sich Hormonhaushalt und Fettverteilung; viele Frauen nehmen am Bauch zu, obwohl sie nicht anders essen als früher. Auch dauerhafter Stress wirkt über das Stresshormon Cortisol auf Appetit und Bauchfett. Sehr selten steckt eine krankhafte Überproduktion von Cortisol dahinter (Cushing-Syndrom); sie wird bei passenden Anzeichen gezielt abgeklärt.

Medikamente als Gewichtsbremse

Manche Medikamente können das Gewicht erhöhen oder das Abnehmen erschweren. Dazu gehören unter anderem bestimmte Mittel gegen Depressionen und Psychosen und einige Mittel gegen Epilepsie oder Migräne. Oft steigert das Medikament den Appetit, manchmal verändert es den Stoffwechsel.

Wichtig: Setzen Sie ein Medikament nie eigenmächtig ab. Sprechen Sie die Gewichtszunahme bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Häufig gibt es Alternativen oder eine andere Dosierung.

Schlaf, Stress und Essverhalten

Schlaf ist beim Abnehmen ein unterschätzter Faktor. Wer dauerhaft zu wenig schläft, hat häufig mehr Appetit: Studien zeigen bei kurzer Schlafdauer niedrigere Spiegel des Sättigungshormons Leptin und höhere Spiegel des Hungerhormons Ghrelin. Lautes Schnarchen mit Atemaussetzern kann auf eine Schlafapnoe hinweisen. Sie raubt erholsamen Schlaf, belastet Herz und Kreislauf und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Auch das Essverhalten selbst kann eine behandelbare Ursache sein. Wiederkehrende Essanfälle mit dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, können auf eine Binge-Eating-Störung hinweisen. Sie ist eine anerkannte Erkrankung und lässt sich psychotherapeutisch gut behandeln. Scham ist hier fehl am Platz – Ärztinnen und Ärzte kennen diese Situation.

Persönliche Beratung

Neugierig auf mehr?

Hinterlassen Sie einfach hier Ihre Kontaktdaten. Unser Team meldet sich schnellstmöglich bei Ihnen.

Es macht nicht „klick“? Wenn der Hunger stärker ist als der Vorsatz

Viele Menschen warten auf den einen Moment, in dem es „klick“ macht und das Abnehmen endlich leichtfällt. Bleibt er aus, suchen sie den Fehler bei sich. Dabei ist Hunger kein Charakterzug, sondern ein biologisches Signal. Das Hungerhormon Ghrelin wird vor allem im Magen gebildet und steigt nach einer Gewichtsabnahme an; das Sättigungshormon Leptin sinkt. Der Körper verteidigt so sein bisheriges Gewicht – teils über Monate. Wie Ghrelin wirkt und wie es sich beeinflussen lässt, erklärt der Beitrag Hungerhormon Ghrelin senken.

Motivation allein reicht gegen diese Gegenregulation oft nicht aus. Realistischer ist ein Plan, der die Biologie berücksichtigt: feste Mahlzeiten statt Verzicht, Unterstützung im Alltag und bei Bedarf eine medizinische Behandlung, die an Hunger und Sättigung ansetzt.

Ehrlich eingeordnet: was Untersuchungen leisten – und was nicht

Nicht bei jedem findet sich ein einzelner auffälliger Wert. Häufiger wirken mehrere Einflüsse zusammen: Veranlagung, Hormone, Schlaf, Stress, Medikamente und die Folgen früherer Diäten. Eine Untersuchung ist trotzdem sinnvoll, denn behandelbare Ursachen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein unerkannter Diabetes sollten nicht übersehen werden. Und Begleiterkrankungen bestimmen mit, welche Behandlung infrage kommt.

Nehmen Sie ohne erkennbaren Grund rasch zu, schwellen Beine oder Bauch an oder werden Sie bei Belastung schnell kurzatmig, lassen Sie das zeitnah ärztlich abklären. Bei Atemnot, Schmerzen in der Brust oder plötzlicher Verschlechterung rufen Sie sofort den Notruf 112.

Ich brauche Hilfe beim Abnehmen – welche Wege gibt es?

Steht fest, was das Abnehmen bremst, lässt sich die Behandlung gezielter planen. Welcher Weg passt, hängt von BMI, Begleiterkrankungen und bisherigen Versuchen ab:

  • Ernährung mit BegleitungEin persönliches Ernährungscoaching hilft, Mahlzeiten an Blutzucker, Leber und Alltag anzupassen.
  • Ärztlich geführte Therapie ohne EingriffDie Weight Doctors® GLP-⁠1 Pharmakotherapie kommt in der Regel ab einem BMI von 30 infrage, bei gewichtsbedingten Begleiterkrankungen bereits ab 27. Ob ein Medikament sinnvoll ist, entscheidet die Fachärztin oder der Facharzt nach medizinischer Prüfung.
  • Am Hungerhormon ansetzenWeight Doctors® hydroGMA ist ein endoskopisches Verfahren ohne Schnitt, das an den Zellen ansetzt, die Ghrelin bilden – ohne Medikamente. Es ist eine neue Technik und noch kein Standardverfahren; durchgeführt wird es in der Weight Doctors® Nationalklinik in Wertheim.
  • Magenballon, Endo-Sleeve oder Magen-OPBei höherem BMI kommen Verfahren infrage, die das Magenvolumen verkleinern – auf Zeit oder dauerhaft. Einen Überblick gibt die Seite Adipositaszentrum.

Ergebnisse sind bei allen Wegen individuell verschieden. Entscheidend ist, dass Ernährung, Bewegung und Nachsorge mitlaufen.

Zwei Mitarbeitende von Weight Doctors® lachen neben dem lila W-Glücksrad

Beratung

Wenn Sie den Grund kennen möchten, warum das Abnehmen nicht gelingt, ist ein Gespräch mit Fachleuten ein guter erster Schritt. Bei den Weight Doctors® sehen sich Fachärztinnen und Fachärzte Ihre Vorgeschichte, Ihre Werte und Ihre Ziele an und zeigen Ihnen, welche Wege infrage kommen – vom Ernährungscoaching bis zur ärztlich geführten Therapie. Zwischen den Terminen beantwortet Weight Doctors® Mira in der App rund um die Uhr Fragen zu Ernährung, Bewegung und Motivation. Die Beratung ist persönlich, telefonisch oder per Video möglich und 100 ⁠% unverbindlich: Beratung buchen

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Ihre Frage ist nicht dabei? Im Beratungsgespräch nimmt sich Ihr Facharzt Zeit dafür.

Warum nehme ich nicht ab, obwohl ich wenig esse?

Der Körper passt seinen Energieverbrauch an eine geringere Nahrungsmenge an, und Hunger- und Sättigungshormone verschieben sich. Dazu können medizinische Ursachen wie eine Insulinresistenz, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Medikamente kommen. Ein Ernährungstagebuch und eine ärztliche Untersuchung helfen, die Gründe einzugrenzen.

Kann man mit Insulinresistenz abnehmen?

Ja, aber es ist oft mühsamer. Regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten mit wenig Zucker, Bewegung und ausreichend Schlaf verbessern die Insulinempfindlichkeit. Mit jedem Kilo, das Sie verlieren, kann sich der Stoffwechsel weiter erholen. Ärztlich begleitet lässt sich auch prüfen, ob eine medikamentöse Therapie sinnvoll ist.

Bildet sich eine Fettleber durch Abnehmen zurück?

Häufig ja. Die Leber reagiert gut auf eine Gewichtsabnahme, schon ein moderater Gewichtsverlust kann den Fettgehalt senken. Wie weit sich die Leber erholt, hängt davon ab, wie fortgeschritten die Erkrankung ist. Deshalb gehört der Verlauf in ärztliche Hände.

Welche Blutwerte sollte ich prüfen lassen, wenn ich nicht abnehme?

Sinnvoll sind Nüchternblutzucker und HbA1c, Blutfette, Leberwerte und der Schilddrüsenwert TSH. Je nach Beschwerden kommen weitere Hormone hinzu. Welche Werte bei Ihnen nötig sind, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Kann die Schilddrüse schuld sein, dass ich nicht abnehme?

Eine Unterfunktion kann den Stoffwechsel verlangsamen und das Gewicht erhöhen. Meist erklärt sie aber nur einen Teil des Übergewichts. Ein einfacher Bluttest bringt Klarheit; ist die Unterfunktion gut eingestellt, wird das Abnehmen oft leichter.

Ab wann sollte ich mir ärztliche Hilfe beim Abnehmen holen?

Wenn mehrere ernsthafte Versuche nicht geholfen haben, Ihr BMI bei 30 oder darüber liegt oder bereits Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Schlafapnoe bestehen. Auch wenn das Gewicht Sie seelisch stark belastet, ist ärztliche Unterstützung sinnvoll.

Weiterlesen

Das könnte Sie auch interessieren

Alle Behandlungen im Überblick

Breites Leistungsangebot
ohne Eingriff
Operation
  1. Ohne EingriffWeight Doctors® GLP-⁠1 PharmakotherapieMedikamentös, ohne Eingriff
  2. Ohne EingriffWeight Doctors® 360°Ernährungscoaching
  3. LanganhaltendNeuWeight Doctors® hydroGMAEndoskopisch, ohne Schnitt
  4. Ohne OPWeight Doctors® MAGENBALLONAuf Zeit, auch zum Schlucken
  5. Ohne OPAuch auf Kasse möglich*Weight Doctors SLEEVE®Endoskopisch, dauerhaft
  6. Mit OperationAuch auf Kasse möglich*Weight Doctors BARIATRICS®Chirurgisch, minimalinvasiv
  7. Mit OperationAuch auf Kasse möglich*Weight Doctors® REVISIONKorrektureingriff nach Magen-OP
  8. LipödemAuch auf Kasse möglich*Weight Doctors® Lipödem-OPLiposuktion bei Lipödem
  9. Nach dem AbnehmenAuch auf Kasse möglich*Weight Doctors® RESHAPENach dem Abnehmen

* Bei leitliniengerechter medizinischer Indikationsstellung ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich.

Newsletter

Neues von den Weight Doctors®

Neue Behandlungen, Termine wie unsere Webinare und Wissen rund ums Abnehmen – direkt in Ihr Postfach. Abmelden können Sie sich jederzeit mit einem Klick.

Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen, z. B. über den Abmeldelink in jeder E-Mail.

Geschützt durch einen datenschutzfreundlichen Spamschutz, ohne Tracking und ohne Cookies.

* Pflichtangaben

Beratung

Jetzt zu Ihrer Weight Doctors® Experience.

Der erste Schritt ist ein Gespräch: Wählen Sie hier online Behandlung, Standort und Termin – Beratung vor Ort, per Video oder am Telefon.

  • 100 ⁠% unverbindlich
  • Persönlich mit Ihrem Facharzt
  • Termin online, rund um die Uhr
  • 23 Standorte in 6 Ländern

Lieber telefonisch? 0800 84 84 777Mo–Fr 08–20 Uhr · Sa 09–15 Uhr

Weight Doctors® an 23 Standorten in 6 Ländern23 Standorte

Welcher Standort liegt Ihnen am nächsten?0800 84 84 777

Beratung buchenBeratung buchen

Persönliche Beratung

Haben Sie eine Frage?

Schreiben Sie uns – unser Team meldet sich persönlich bei Ihnen.