3.103 Bewertungender Weight Doctors® Gruppe · 97 ⁠% WeiterempfehlungsrateRatgeber · 8 Min. Lesezeit

Abnehmen in den Wechseljahren was sich ändert und was hilft

Gleiche Mahlzeiten, trotzdem mehr auf der Waage – und das Gewicht sitzt plötzlich am Bauch: Viele Frauen erleben das ab Mitte 40. Dafür gibt es körperliche Gründe, mit fehlender Disziplin hat es nichts zu tun.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Häufig und erklärbarViele Frauen nehmen rund um die Wechseljahre zu, vor allem am Bauch. Ursache sind körperliche Veränderungen, nicht mangelnder Wille.
  2. Was sich ändertMit sinkendem Östrogen lagert sich Fett eher am Bauch ein, die Muskelmasse nimmt ab, Schlafprobleme und Hitzewallungen kommen hinzu.
  3. Was nicht stimmtDer Stoffwechsel bricht mit 40 nicht ein.
  4. Was hilftKrafttraining, ausreichend Eiweiß, ein moderates Kaloriendefizit und guter Schlaf. Einen „Stoffwechsel-Turbo“ gibt es nicht.
  5. Ärztlich begleitetBei Adipositas oder Begleiterkrankungen gibt es medizinische Wege. Eine Hormontherapie ist dagegen kein Mittel zum Abnehmen.

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Was in den Wechseljahren im Körper passiert

Die Wechseljahre, in der Fachsprache Klimakterium, sind die Übergangszeit, in der die Eierstöcke ihre Hormonbildung allmählich einstellen. Sie beginnen meist in der zweiten Hälfte der Vierziger und ziehen sich über mehrere Jahre. Die Menopause ist dabei ein einzelner Zeitpunkt: die letzte Regelblutung.

In dieser Zeit sinken vor allem die Spiegel der Hormone Östrogen und Progesteron. Das kann Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Gelenkbeschwerden auslösen – wie stark, ist von Frau zu Frau sehr verschieden. Und es verändert, wie und wo der Körper Fett speichert.

Warum das Abnehmen in den Wechseljahren schwerer fällt

Viele Frauen bemerken, dass Gewohnheiten, mit denen sie ihr Gewicht jahrelang gehalten haben, plötzlich nicht mehr reichen. Dafür kommen mehrere Gründe zusammen.

Füße auf der digitalen Weight Doctors® Körperwaage

Das Fett wandert zum Bauch

Vor den Wechseljahren speichern Frauen Fett vor allem an Hüften, Po und Oberschenkeln, unter der Haut. Mit sinkendem Östrogen verschiebt sich das: Mehr Fett lagert sich am Bauch und zwischen den inneren Organen ein. Dieses sogenannte viszerale Bauchfett ist stoffwechselaktiv und hängt mit Typ-2-Diabetes, Fettleber und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen. Was es ausmacht und wie Sie es verringern können, steht im Ratgeber Viszerales Bauchfett.

Die Muskelmasse nimmt ab

Während der Wechseljahre nimmt bei vielen Frauen die Fettmasse zu und die Muskelmasse ab – oft schon, bevor sich das Gewicht deutlich verändert. Muskeln verbrauchen auch in Ruhe Energie. Weniger Muskeln bedeuten deshalb einen etwas geringeren Grundumsatz, also weniger Kalorien, die der Körper ohne Bewegung verbraucht. Zugleich sinken Kraft und Ausdauer, was Bewegung im Alltag mühsamer machen kann.

Schlaf, Hitzewallungen und Stress

Hitzewallungen in der Nacht unterbrechen den Schlaf. Schlafmangel bringt die Hormone für Hunger und Sättigung aus dem Gleichgewicht und schwächt die Impulskontrolle – wer müde ist, greift häufiger zu Süßem und bewegt sich weniger. Dazu kommen in dieser Lebensphase oft Belastungen in Beruf und Familie. Chronischer Stress erhöht den Spiegel des Hormons Cortisol, das mit einer Zunahme des Bauchfetts in Verbindung gebracht wird.

Andere Ursachen ausschließen

Nicht jede Gewichtszunahme um die 50 hat mit den Wechseljahren zu tun. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion, bestimmte Medikamente oder weniger Bewegung nach einer Verletzung können dahinterstecken. Nehmen Sie ohne erkennbaren Grund deutlich zu, lohnt sich eine ärztliche Abklärung.

Krafttraining

Krafttraining ist in dieser Lebensphase besonders wertvoll: Es erhält die Muskulatur, unterstützt die Knochen und macht Alltagsbewegung leichter. Das muss kein Fitnessstudio sein – Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Bändern oder Hanteln zu Hause eignen sich ebenso.

Bewegung im Alltag

Auch die Bewegung nebenbei zählt: Treppen statt Aufzug, Wege zu Fuß, Stehen beim Telefonieren. Über den Tag kommt dabei mehr zusammen, als viele erwarten.

Ausreichend Eiweiß

Eiweiß hilft, die Muskulatur zu erhalten – gerade dann, wenn Sie weniger essen, um abzunehmen. Es sättigt außerdem gut. Gute Quellen sind Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Fisch und mageres Fleisch, verteilt über die Mahlzeiten des Tages.

Guter Schlaf

Regelmäßige Schlafzeiten, ein kühles Schlafzimmer und wenig Alkohol am Abend können den Schlaf verbessern. Belasten Hitzewallungen den Schlaf stark, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt darüber.

Ernährung in den Wechseljahren

Eine besondere „Wechseljahre-Diät“ braucht es nicht. Grundlage bleibt ein moderates Kaloriendefizit, das sich dauerhaft in den Alltag einfügt. Sehr strenge Diäten führen in dieser Lebensphase leicht dazu, dass der Körper zusätzlich Muskeln abbaut – genau das, was ohnehin schon schwindet.

Ob Intervallfasten, feste Mahlzeiten oder kleinere Portionen: Gut ist, was Sie dauerhaft durchhalten. Entscheidend ist die Gesamtmenge über Wochen, nicht eine einzelne Regel. Ein persönliches Ernährungscoaching kann helfen, einen Plan zu finden, der zu Ihrem Alltag und Ihrer Gesundheit passt.

  • Gemüse und Hülsenfrüchte als BasisSie sättigen, liefern Ballaststoffe und wenig Kalorien.
  • Eiweiß zu jeder Mahlzeitzum Erhalt der Muskulatur.
  • Vollkorn statt Weißmehlhält länger satt als Weißbrot oder Gebäck.
  • Calcium und Vitamin D im BlickNach der Menopause steigt das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose). Milchprodukte, grünes Gemüse und Tageslicht tragen zur Versorgung bei.
  • GetränkeWasser oder ungesüßter Tee statt zuckerhaltiger Getränke. Alkohol liefert viele Kalorien und kann bei manchen Frauen Hitzewallungen und Schlafstörungen verstärken.

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10 kg abnehmen mit 60 Jahren: geht das?

Ja, auch mit 60 ist eine deutliche Gewichtsabnahme möglich. Sie verläuft meist langsamer als mit 30, und wie viel es wird, ist individuell verschieden.

Ab 60 gilt besonders: Muskeln und Knochen schützen. Ein moderates Tempo, ausreichend Eiweiß und Krafttraining sorgen dafür, dass vor allem Fett verloren geht und nicht Muskulatur. Wer Medikamente nimmt – etwa gegen Bluthochdruck oder Diabetes –, sollte eine größere Abnahme ärztlich begleiten lassen, weil sich der Bedarf an Medikamenten mit dem Gewicht ändern kann.

Statt nur auf die Waage zu schauen, lohnt sich der Blick auf den Bauchumfang. Mit dem WHtR-Rechner und dem BMI-Rechner sehen Sie, wo Sie stehen und ob sich etwas verändert.

Hilft eine Hormontherapie beim Abnehmen?

Eine Hormontherapie in den Wechseljahren – ärztlich verordnete Östrogene, meist zusammen mit einem Gelbkörperhormon – wird gegen Beschwerden wie starke Hitzewallungen eingesetzt. Ein Mittel zum Abnehmen ist sie nicht. Wenn sie Hitzewallungen lindert und den Schlaf verbessert, kann das den Alltag erleichtern und damit indirekt auch eine Gewichtsabnahme. Ob eine Hormontherapie für Sie infrage kommt, wägen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt nach Nutzen und Risiken ab.

Wann ärztliche Begleitung sinnvoll ist

Bei Adipositas oder gewichtsbedingten Begleiterkrankungen reicht eine Umstellung von Ernährung und Bewegung oft nicht aus – das ist keine Frage der Willenskraft, sondern der Biologie. Dann gibt es ärztlich begleitete Wege.

Beraterin von Weight Doctors® im Gespräch mit einem Patienten
  • Medikamentöse BehandlungBei deutlichem Übergewicht – in der Regel ab einem BMI von 30, mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, hohem Cholesterinspiegel oder Typ-2-Diabetes ab 27 – kann die Weight Doctors® GLP-⁠1 Pharmakotherapie infrage kommen. Ob sie sinnvoll ist, entscheidet eine Fachärztin oder ein Facharzt nach medizinischer Prüfung; Ernährung und Bewegung bleiben die Grundlage.
  • EingriffeBei höherem BMI können ein Magenballon oder eine Magenverkleinerung Wege sein. Eine feste Altersgrenze nach oben gibt es dafür nicht; entscheidend ist die gesundheitliche Gesamtsituation.

Beratung

Im Beratungsgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre Ausgangslage – Gewicht, Bauchumfang, Vorerkrankungen – und auf den Weg, der dazu passt: vom Weight Doctors® 360° Ernährungscoaching mit der Weight Doctors® App, in der Weight Doctors® Mira rund um die Uhr Fragen zu Ernährung, Bewegung und Motivation beantwortet und Rezepte nach Ihrem Geschmack vorschlägt, bis zur ärztlich geführten Weight Doctors® GLP-⁠1 Pharmakotherapie. Die Beratung ist 100 ⁠% unverbindlich. Beratung buchen

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Ihre Frage ist nicht dabei? Im Beratungsgespräch nimmt sich Ihr Facharzt Zeit dafür.

Warum nehme ich in den Wechseljahren zu, obwohl ich nicht mehr esse?

Mit den Wechseljahren nimmt die Muskelmasse ab, und der Körper braucht in Ruhe etwas weniger Energie. Gleichzeitig verschiebt der sinkende Östrogenspiegel die Fettspeicherung zum Bauch. Schlafprobleme und Stress können Hunger und Essverhalten zusätzlich beeinflussen. Dieselbe Menge Essen kann deshalb heute zu einer Zunahme führen, die früher ausblieb.

Wie nehme ich in den Wechseljahren am Bauch ab?

Gezielt nur am Bauch abzunehmen, ist nicht möglich – Fett baut der Körper insgesamt ab. Ein moderates Kaloriendefizit, Ausdauer- und Krafttraining, ausreichend Eiweiß und guter Schlaf verringern aber gerade das Bauchfett. Den Fortschritt zeigt der Taillenumfang oft besser als die Waage.

Kann man den Stoffwechsel ab 40 anregen?

Was sich ändert, ist vor allem die Muskelmasse. Krafttraining, mehr Bewegung im Alltag und ausreichend Eiweiß helfen, die Muskulatur und damit den Energieverbrauch zu erhalten.

Ist es mit 60 noch möglich, 10 kg abzunehmen?

Ja, das ist möglich, auch wenn es meist langsamer geht als in jüngeren Jahren und individuell verschieden ist. Wichtig sind ein moderates Tempo, Eiweiß und Krafttraining, damit vor allem Fett und nicht Muskulatur verloren geht. Nehmen Sie Medikamente, lassen Sie eine größere Abnahme ärztlich begleiten.

Hilft eine Hormontherapie beim Abnehmen?

Nein, eine Hormontherapie ist kein Mittel zum Abnehmen. Sie wird gegen Wechseljahresbeschwerden wie starke Hitzewallungen eingesetzt. Wenn sie den Schlaf verbessert, kann das das Abnehmen indirekt erleichtern. Ob sie für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Welche Ernährung ist in den Wechseljahren sinnvoll?

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn und Eiweiß in leicht verringerter Menge. Calcium und Vitamin D sind für die Knochen wichtig, weil das Osteoporose-Risiko nach der Menopause steigt. Sehr strenge Diäten sind ungünstig, weil sie den Abbau von Muskulatur verstärken.

Ab wann sollte ich mir ärztliche Hilfe suchen?

Wenn Sie ohne erkennbaren Grund deutlich zunehmen, wenn Ihr Taillenumfang oder BMI erhöht ist oder wenn Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder erhöhter Blutzucker bestehen. Auch wenn mehrere ernsthafte Versuche, mit Ernährung und Bewegung abzunehmen, nicht zum Ziel geführt haben, lohnt sich ein Gespräch.

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