Das Magenband war lange eine der bekanntesten Operationen bei starkem Übergewicht. Wie es wirkt, für wen es infrage kommt, was es kostet und welche Verfahren heute häufiger gewählt werden.
01PrinzipEin verstellbares Silikonband wird in einer Schlüsselloch-Operation um den oberen Teil des Magens gelegt. Darüber entsteht eine kleine Vormagentasche, sodass schon kleine Mengen ein Sättigungsgefühl auslösen können.
02Einstellbar und entfernbarÜber einen kleinen Port unter der Haut lässt sich das Band enger oder weiter stellen. Vom Magen wird nichts entfernt, das Band kann wieder herausgenommen werden.
03Kosten und KasseFür Adipositas-Operationen besteht bei leitliniengerechter Indikation die Chance auf Kostenübernahme, in der Regel ab einem BMI von 40 oder ab 35 mit Begleiterkrankungen.
04AlternativenJe nach BMI und Ziel kommen Schlauchmagen, Magenbypass, eine endoskopische Magenverkleinerung ohne Schnitt, ein Magenballon oder eine ärztlich begleitete GLP-1-Therapie infrage.
Persönliche Beratung
Neugierig auf mehr?
Hinterlassen Sie einfach hier Ihre Kontaktdaten. Unser Team meldet sich schnellstmöglich bei Ihnen.
Vielen Dank!
Ihre Anfrage ist angekommen. Wir rufen binnen 1 Stunde zurück, außerhalb unserer Geschäftszeiten am nächsten Werktag.
Was ist ein Magenband?
Das Magenband – fachlich „laparoskopisch anpassbares Magenband“, englisch „gastric banding“ – ist ein Verfahren der Adipositaschirurgie, also der Operationen bei krankhaftem Übergewicht. Ein Ring aus Silikon wird knapp unterhalb des Mageneingangs um den Magen gelegt und engt ihn ein. Oberhalb des Bandes entsteht eine kleine Vormagentasche, der sogenannte Pouch. Sie füllt sich beim Essen schnell, die Nahrung gelangt nur langsam durch die Engstelle in den übrigen Magen.
Das Magenband wirkt rein restriktiv, also einschränkend: Es begrenzt die Menge, die auf einmal gegessen werden kann. Anders als beim Magenbypass wird der Weg der Nahrung durch den Darm nicht verändert, und anders als beim Schlauchmagen wird kein Magengewebe entfernt.
Wie das Band eingestellt wird
Das Band hat innen eine Kammer, die über einen dünnen Schlauch mit einem kleinen Port verbunden ist. Der Port liegt unter der Haut auf der Bauchmuskulatur. Über ihn kann eine Ärztin oder ein Arzt mit einer feinen Nadel Kochsalzlösung zugeben oder abziehen; so wird das Band enger oder weiter gestellt. Bis die passende Einstellung gefunden ist, sind meist mehrere Termine nötig. Auch später kann eine Anpassung erforderlich werden, etwa bei Beschwerden oder wenn das Gewicht stagniert.
Wie läuft eine Magenband-OP ab?
Das Band wird laparoskopisch eingesetzt, also minimalinvasiv in Schlüssellochtechnik und unter Vollnarkose. Über wenige kleine Zugänge am Bauch führt das OP-Team Kamera und Instrumente ein, legt das Band um den oberen Magen und befestigt den Port unter der Haut.
In den ersten Wochen danach wird die Kost schrittweise aufgebaut, von flüssig über breiig bis zu fester Nahrung. Mit dem Band gilt auf Dauer: kleine Bissen, gründlich kauen, langsam essen und nicht gleichzeitig trinken. Zu große oder schlecht gekaute Bissen können in der Engstelle stecken bleiben und Druckgefühl oder Erbrechen auslösen.
Für wen kommt ein Magenband infrage?
Für das Magenband gelten im Grundsatz dieselben Voraussetzungen wie für andere Adipositas-Operationen. Als erster Anhaltspunkt dient der Body-Mass-Index (BMI): Eine Operation wird in der Regel ab einem BMI von 40 erwogen oder ab 35, wenn Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe bestehen. Hinzu kommen in der Regel: Konservative Abnehmversuche sind ausgeschöpft, das Mindestalter liegt bei 18 Jahren, eine Schwangerschaft besteht nicht und ist nicht unmittelbar geplant, und die psychische Verfassung ist stabil.
Welches Verfahren im Einzelfall passt, hängt außerdem von Essgewohnheiten, Begleiterkrankungen und Erwartungen ab. Weil das Band nur die Menge begrenzt, wirkt es zum Beispiel kaum auf kalorienreiche Getränke oder weiche, süße Speisen, die die Engstelle leicht passieren.
Vor- und Nachteile des Magenbands
Was für das Magenband spricht
Kein Gewebe entferntMagen und Darm bleiben in ihrer Form erhalten, der Eingriff ist grundsätzlich umkehrbar.
EinstellbarDie Engstelle lässt sich ohne erneute Operation anpassen.
Keine Umleitung des DarmsDie Nahrung durchläuft weiter den gesamten Darm.
Was dagegen spricht
Langfristige NachsorgeDas Band muss eingestellt und kontrolliert werden, oft über Jahre.
Fremdkörper im BauchBand, Schlauch und Port können verrutschen, undicht werden oder Beschwerden machen.
Risiken und mögliche Langzeitprobleme
Wie jede Operation unter Vollnarkose hat auch das Einsetzen eines Magenbands allgemeine Risiken, etwa Blutungen, Infektionen oder Thrombosen. Typisch für das Band sind außerdem Probleme, die erst nach Monaten oder Jahren auftreten können:
Slippage (Verrutschen)Das Band verrutscht, der Pouch weitet sich. Folgen können Sodbrennen, Erbrechen oder Schluckbeschwerden sein.
Migration (Einwandern)Das Band wandert langsam in die Magenwand ein. Das bleibt mitunter lange unbemerkt und fällt etwa durch nachlassende Wirkung oder eine Entzündung am Port auf.
Erweiterung von Pouch oder SpeiseröhreIst das Band über lange Zeit zu eng, kann sich der Bereich darüber weiten.
Probleme mit Port oder SchlauchDer Port kann sich drehen oder entzünden, der Schlauch undicht werden; dann lässt sich das Band nicht mehr verlässlich einstellen.
RefluxSodbrennen und saures Aufstoßen, häufig nachts.
Bei starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, wenn keine Nahrung mehr hindurchgeht, oder bei Fieber gehört die Abklärung umgehend in ärztliche Hand. Bei Atemnot, Brustschmerz oder rascher Verschlechterung wählen Sie den Notruf 112.
Wer mit einem Magenband Beschwerden hat oder wieder zunimmt, hat nichts falsch gemacht. Adipositas ist eine chronische Erkrankung; ein weiterer Behandlungsschritt ist keine Seltenheit und kein persönliches Versagen.
Persönliche Beratung
Neugierig auf mehr?
Hinterlassen Sie einfach hier Ihre Kontaktdaten. Unser Team meldet sich schnellstmöglich bei Ihnen.
Vielen Dank!
Ihre Anfrage ist angekommen. Wir rufen binnen 1 Stunde zurück, außerhalb unserer Geschäftszeiten am nächsten Werktag.
Magenband entfernen: wann und wie?
Ein Magenband wird entfernt, wenn es Beschwerden oder Komplikationen verursacht, nicht mehr wie gewünscht wirkt oder die Patientin oder der Patient es wünscht. Die Entfernung erfolgt in der Regel ebenfalls in Schlüssellochtechnik. Danach hat der Magen keine Engstelle mehr: Das Sättigungsgefühl entspricht wieder dem früheren Zustand, und ohne weitere Behandlung steigt das Gewicht häufig wieder an.
Deshalb stellt sich bei der Entfernung meist auch die Frage, wie es weitergeht. Möglich ist der Wechsel auf ein anderes Verfahren, etwa einen Schlauchmagen oder einen Magenbypass – in einer Operation oder in zwei Schritten mit einer Pause dazwischen. Welcher Weg sinnvoll ist, hängt vom Zustand des Magens, von Beschwerden wie Reflux und vom Gewichtsverlauf ab und wird nach einer Magenspiegelung und weiteren Untersuchungen entschieden. Eingriffe nach einer früheren Magen-OP heißen Revision; mehr dazu bei Weight Doctors® REVISION.
Was kostet ein Magenband?
Einen festen Preis für ein Magenband gibt es nicht. Die Kosten hängen von der Klinik, dem Umfang der Vor- und Nachsorge, dem Klinikaufenthalt und der Narkose ab. Beim Vergleich von Angeboten lohnt der Blick darauf, was enthalten ist: Voruntersuchungen, Operation, stationärer Aufenthalt, Ernährungsbegleitung und die Einstellungen des Bandes in den Monaten danach. Gerade Einstellungen und Kontrollen ziehen sich beim Magenband oft über Jahre und gehören deshalb in die Rechnung.
Magenband und Krankenkasse
Für Adipositas-Operationen besteht bei leitliniengerechter medizinischer Indikation die Chance auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse – in der Regel ab einem BMI von 40 oder ab 35 mit anerkannten Begleiterkrankungen. Meist geht ein 6-monatiges multimodales Konzept (MMK) voraus, mit Ernährungsberatung, Bewegung und psychologischer Begleitung. Das MMK ist Voraussetzung, aber selbst keine Leistung der Krankenkasse. Ohne medizinische Notwendigkeit übernimmt die Krankenkasse die Kosten in der Regel nicht. Diese Grundsätze gelten für alle gesetzlichen Kassen, ob AOK, Ersatz- oder Betriebskrankenkasse. Mehr dazu unter Magenverkleinerung und Krankenkasse.
Alternativen zum Magenband: was heute meist gewählt wird
Hinzu gekommen sind Verfahren ohne Operation. Ein kurzer Überblick:
SchlauchmagenDer Magen wird in Schlüssellochtechnik der Länge nach verkleinert, der größere Teil entfernt. Zurück bleibt ein schmaler Schlauch mit 150–200 ml. Mehr zur Schlauchmagen-OP.
MagenbypassAus dem oberen Magen entsteht eine kleine Tasche, die direkt mit dem Dünndarm verbunden wird. Der Bypass begrenzt die Menge, verringert die Aufnahme von Nährstoffen und verändert den Stoffwechsel. Mehr zum Magenbypass.
Endoskopische MagenverkleinerungBei einer Magenspiegelung wird der Magen von innen gerafft, ohne Schnitt am Bauch und in der Regel ambulant. Wie beim Band bleibt der Magen vollständig im Körper; ein Band, das nachgestellt werden muss, gibt es nicht. Mehr zum Weight Doctors SLEEVE®.
MagenballonEin weicher Ballon füllt den Magen für 6 oder 12 Monate teilweise aus – ein Begleiter auf Zeit, ohne Operation. Mehr zum Magenballon.
Ärztlich begleitete Therapie mit MedikamentenArzneimittel, die dem körpereigenen Sättigungshormon GLP-1 nachempfunden sind, in der Regel ab einem BMI von 30, mit Begleiterkrankungen ab 27. Mehr zur Weight Doctors® GLP-1 Pharmakotherapie.
Welche Alternative passt, hängt vom BMI, vom Abnehmziel, von Begleiterkrankungen und davon ab, ob ein Eingriff für Sie infrage kommt. Bei hohem BMI und ausgeprägten Begleiterkrankungen steht meist eine Operation im Vordergrund, bei niedrigerem BMI eher ein Verfahren ohne Schnitt.
Beratung
Welcher Weg zu Ihrem BMI, Ihrem Ziel und Ihrer Gesundheit passt, klären die Fachärztinnen und Fachärzte von Weight Doctors® im persönlichen Gespräch – vor Ort, telefonisch oder per Video, 100 % unverbindlich. Ein Magenband bieten wir nicht an; zur Wahl stehen Weight Doctors BARIATRICS® mit Schlauchmagen und Magenbypass, das endoskopische Weight Doctors SLEEVE® und Wege ohne Eingriff. Haben Sie bereits ein Magenband und Beschwerden, ist die Sprechstunde von Weight Doctors® REVISION für Sie da – auch wenn Sie anderswo operiert wurden. Beratung buchen
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Ihre Frage ist nicht dabei? Im Beratungsgespräch nimmt sich Ihr Facharzt Zeit dafür.
Wird das Magenband heute noch eingesetzt?
Ja, einige Kliniken bieten es weiterhin an. Ob ein Band im Einzelfall passt, klärt eine Beratung in einem Zentrum für Adipositaschirurgie.
Wie viel nimmt man mit einem Magenband ab?
Das ist individuell sehr verschieden. Entscheidend sind die Einstellung des Bandes, die Essgewohnheiten, die Nachsorge und die Bewegung im Alltag. Eine Gewichtsabnahme ist mit keinem Verfahren garantiert.
Kann man ein Magenband ohne OP entfernen?
Nein. Die Entfernung ist ein Eingriff, der in der Regel in Schlüssellochtechnik erfolgt. Ohne Operation lässt sich nur die Weite des Bandes über den Port verändern.
Zahlt die AOK ein Magenband?
Für die AOK gelten dieselben Grundsätze wie für alle gesetzlichen Krankenkassen: Bei leitliniengerechter medizinischer Indikation besteht die Chance auf Kostenübernahme, in der Regel ab einem BMI von 40 oder ab 35 mit Begleiterkrankungen und meist nach einem 6-monatigen multimodalen Konzept. Ohne medizinische Notwendigkeit übernimmt die Kasse die Kosten in der Regel nicht.
Was ist besser: Magenband oder Schlauchmagen?
Ein „besser“ gibt es nur im Einzelfall. Das Magenband ist umkehrbar und entfernt kein Gewebe, braucht aber regelmäßige Einstellungen. Beim Schlauchmagen wird ein Großteil des Magens dauerhaft entfernt; Fremdkörper und Einstellungen entfallen. Welches Verfahren passt, hängt von BMI, Begleiterkrankungen wie Reflux und Ihren Erwartungen ab.
Kann man nach einem Magenband eine andere Magen-OP bekommen?
Ja. Ein Wechsel auf Schlauchmagen oder Magenbypass ist möglich, je nach Befund in einer oder in zwei Operationen. Vorher werden der Zustand des Magens und mögliche Beschwerden genau untersucht.
Spürt man ein Magenband im Alltag?
Das Band selbst ist von außen nicht zu spüren, den Port unter der Haut ertasten manche. Im Alltag bemerkbar macht sich das Band vor allem beim Essen: Kleine Bissen und langsames Kauen werden zur Gewohnheit, sonst kann es zu Druckgefühl oder Erbrechen kommen.
* Bei leitliniengerechter medizinischer Indikationsstellung ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich.
Newsletter
Neues von den Weight Doctors®
Neue Behandlungen, Termine wie unsere Webinare und Wissen rund ums Abnehmen – direkt in Ihr Postfach. Abmelden können Sie sich jederzeit mit einem Klick.
Beratung
Jetzt zu Ihrer Weight Doctors® Experience.
Der erste Schritt ist ein Gespräch: Wählen Sie hier online Behandlung, Standort und Termin – Beratung vor Ort, per Video oder am Telefon.
100 % unverbindlich
Persönlich mit Ihrem Facharzt
Termin online, rund um die Uhr
23 Standorte in 6 Ländern
Behandlung
Terminart
Standort
Termin
Ihre Daten
Bestätigen
Welche Behandlung interessiert Sie?
Keine passende Behandlung gefunden. Wählen Sie „Noch unentschlossen?“ in einem Bereich, dann rufen wir Sie an.
* Bei leitliniengerechter medizinischer Indikationsstellung ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich.