Die Entstehung und Ursachen des Metabolischen Syndroms

Das Metabolische Syndrom ist keine spezifische Krankheit, sondern wird durch unterschiedliche Stoffwechselstörungen bestimmt. Sowohl genetische Veranlagung als auch Übergewicht spielen eine große Rolle beim Entstehen des Metabolischen Syndroms. Ursächlich für das Metabolische Syndrom ist immer eine starke Fettablagerung in der Bauchhöhle, das durch mindestens zwei der folgenden vier Risikofaktoren begleitet wird: vermindertes HDL-Cholesterin, arterieller Bluthochdruck sowie erhöhte Blutfett- oder Blutzuckerwerte. Wie diese fünf Einzelursachen sich negativ auf den Organismus auswirken und im Wechselspiel das Metabolische Syndrom hervorrufen und immer weiter verstärken, wird Ihnen im Folgenden erklärt.

Metabolisches Syndrom Entstehung: Bauchfett – das sichtbare Kennzeichen

Übergewicht allgemein bedeutet immer ein Risikofaktor für die Gesundheit, doch die abdominelle Fettleibigkeit, d.h. bauchbetontes Übergewicht, ist besonders gefährlich. Sie ist gekennzeichnet durch vermehrte Fettablagerungen in der Bauchhöhle. Dem die Fettzellen in der Bauchhöhle reagieren anders als die Zellen des Unterhautfettes an Oberschenkeln, Armen oder Po. Die Bauchfettzellen setzen wesentlich mehr Triglyceride (langkettige Fettsäuren) frei als die Zellen des Unterhautfettes. Zudem sind Sie insulinresistenter und produzieren mehr Entzündungsstoffe. Im Anfangsstadion ist das Bauchfett noch nicht erkennbar, wird es jedoch sichtbar, kann es ein ernstzunehmendes Warnzeichen des Metabolischen Syndroms sein. Denn aufgrund der gesteigerten Abgabe von Triglyceriden an das Blut leiden bauchbetonte Übergewichtige häufig unter einem erhöhten Blutfettspiegel und den weiteren Stoffwechselstörungen des Metabolischen Syndroms.

Erhöhter Blutfettspiegel

Das Missverhältnis von Energiezufuhr und Energieverbrauch steigert die Konzentration an Fettsäuren im Blut. Steigt der Wert auf 150 Milligramm Triglyceride (langkettige Fettsäuren) pro Deziliter sprechen Experten von einer Hypertriglyzeridämie (erhöhtem Blutfettspiegel). Die Triglyceride verdicken das Blut und setzten sich nach und nach an den Wänden der Blutgefäße ab. Bleibt die Hypertriglyceridämie unbehandelt, verkalken allmählich die Blutgefäßwände, was zu arteriellen Bluthochdruck führt. Zudem stört ein erhöhter Blutfettspiegel die Glukoseverwertung im Muskel- und Fettgewebe und verschlechtert so die Blutzuckerwerte. Das besonders Heimtückische am erhöhten Blutfettspiegel ist, dass vermehrte Trigyceride im Blut den Fettabbau in den Zellen blockieren und damit eine Gewichtsabnahme erschweren.

Vermindertes HDL-Cholesterin

Cholesterin wird häufig als Feind der Gesundheit angesehen. Auf LDL-Cholesterin trifft dies durchaus zu, doch es gibt auch „gutes Cholesterin“: So ist das HDL-Cholesterin als Transporteur von fettähnlichen Substanzen wie Cholesterinester und Triglyceriden ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Körpers. Die Hauptaufgabe des HDL-Cholesterins besteht darin, überschüssige Fettsäuren aus den peripheren Geweben, z.B. den Blutgefäßwänden, zurück zur Leber zu transportieren. Bei einem zu niedrigem HDL-Cholesterin-Spiegel kann der Organismus dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen. Dies führt automatisch zu einer Erhöhung der Blutfettwerte, was die Konzentration des HDL-Cholesterins im Blut zusätzlich reduziert. Und schon ist der Teufelskreislauf des Metabolischen Syndroms wieder in Gang gesetzt. Zu viel Fett kann sich negativ auf den Zuckerstoffwechsel auswirken und Bluthochdruck verursachen.

Erhöhter Blutzuckerspiegel und Insulinresistenz

Wer zu viel isst, riskiert, zuckerkrank zu werden. Denn das Überangebot an Zucker kann der Körper mit der Zeit nicht mehr bewältigen. Zunächst versucht der Körper, mit einer geseigerten  Insulinproduktion das Zuviel an Zucker im Blut in die Zellen zu befördern. Durch die ständige Beanspruchung stumpfen die Insulinrezeptoren allmählich ab. Die so herbeigeführte Insulinresistenz ist ein Grund, warum viele Übergewichtige an Diabetes leiden. Die Insulinresistenz hat nicht nur Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel, sondern bringt auch den Fettstoffwechsel durcheinander. Deshalb geht ein krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel häufig mit gesteigerten Blutfettwerten einher. Im Wechselspiel verstärken sich die beiden Komponenten des Metabolischen Syndroms gegenseitig. Auf gleiche Weise wie zu viel Fett im Blut das Risiko auf Bluthochdruck steigert, erhöhen auch ungesunde Blutzuckerwerte das Arteriosklerose-Risiko.

Arterieller Bluthochdruck

Arterieller Bluthochdruck ist wohl der gefährlichste Mitverursacher des Metabolischen Syndroms. Bluthochdruck kann erblich bedingt sein und somit auch schlanke Menschen betreffen, besonders häufig liegt der Grund von Bluthochdruck aber in einem ungesunden Lebensstil: Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel und insbesondere überreichliche Ernährung können die so genannte arterielle Hypertonie hervorrufen. Das Zuviel von Zucker, Fett und Nikotin im Blut lässt sich an den Wänden der Blutgefäße nieder, diese verengen sich immer mehr und lassen so den Blutdruck in die Höhe steigen.

Alle einzelnen Komponenten des Metabolischen Syndroms beeinflussen den Stoffwechsel auf unterschiedlichste Art und Weise, doch ihnen liegt in der Regel ein und dieselbe Hauptursache zu Grunde: eine zu kalorienreiche Ernährung.

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